Mittwoch, 16. September 2015

Bau- und Planungsausschuss konkretisiert gestalterische Vorgaben für den Bebauungsplan 31 „Spuntkissen III“

Auf der Sitzung am 15.09.2015 beschloss der Bau- und Planungsausschuss u .a. folgende Punkte in Bezug auf den Bebauungsplan Spuntkissen III:


(1) Die innere Erschließung soll als verkehrberuhigter Bereich erfolgen (Tempo 30). Nur die FDP votierte für eine „Spielstraße“.
Abbildung 1: Gestaltungsplan "Spuntkissen III"
Doppelhausbebauung möglich (blau umrandeter Bereich)  
(2) In dem blau umrandeten Gebiet (Abbildung 1) können auch Doppelhäuser errichtet werden.

(3) Die maximale Gebäudehöhe wurde für den gesamten Geltungsbereich auf maximal 9 Meter begrenzt.

(4) Eine eingeschossige Bauweise gilt für das gesamte Baugebiet.

(5) Für den gelb umrandeten Bereich (Abbildung 2) wurde keine Traufhöhe definiert.  Ansonsten gilt eine maximale Traufhöhe von 4 Metern (Hellblau umrandetes Gebiet). Im Textteil des Bebauungsplans heißt es: „Als Traufhöhe gilt der Schnittpunkt zwischen der äußeren Dachhaut und der äußeren Begrenzung der Außenwand." Die maximale Trauf- und Gebäudehöhe wird gemessen ab Oberkante des Erdgeschossfertigfußbodens.
Abbildung 2: Gestaltungsplan "Spuntkissen  III":
Unterschiedliche Festsetzungen in Bezug auf die Traufhöhe

(6) Die Mindestgröße der Baugrundstücke beträgt 600 qm für Einzelhäuser und 800 qm für Doppelhäuser.

Es sei an dieser Stelle der Hinweis erlaubt, dass der Bebauungsplan erst nach einem Beschluss der Gemeindevertretung rechtsgültigen Charakter erlangt, Änderungen sind also noch grundsätzlich möglich.

Durch den Wegfall der Festsetzung der Traufhöhe und die Eingeschossigkeit sind im gelb umrandeten Bereich zweigeschossige „Toscanahäuser“ oder sogenannte „Stadtvillen“ nicht zulässig. 

Das beauftragte Planungsbüro hatte in der Sitzung am 21.07.2015 eine Traufhöhe von max. 6 Meter und eine Gebäudehöhe von max. 9 Meter für dieses Gebiet ins Spiel gebracht. 
Der Planer begründete diesen Vorschlag mit der gestiegenen Nachfrage nach entsprechenden zweigeschossigen Haustypen. 
Die Mitglieder des Ausschusses beriefen sich jedoch auf einen Beschluss aus den 1990er Jahren und votierten einstimmig für die Eingeschossigkeit. 

Selbst die FDP, die auf der letzten Sitzung für eine Lockerung der Vorgaben eingetreten war, schloss sich diesmal der Ablehnung der Zweigeschossigkeit an.

Abbildung 3 stellt beispielhaft unzulässige und zulässige Bautypen im gelb umrandeten Gebiet (Abbildung 2) gegenüber:

Abbildung 3: Zulässige und unzulässige Bautypen im Vergleich (Skizze)
 Während Beispiel A wegen der Zweigeschossigkeit nicht realisiert werden kann, sind die Alternativen B und C zulässig. Das "eingerückte" Obergeschoss nennt sich "Staffelgeschoss".

§2 (6) Landesbauordnung Schleswig-Holstein:
"... Oberirdische Geschosse sind Staffelgeschosse, wenn sie gegenüber mindestens einer Außenwand des jeweils darunter liegenden Geschosses um mindestens zwei Drittel ihrer Wandhöhe zurücktreten. Hohlräume zwischen der obersten Decke und der Bedachung, in denen Aufenthaltsräume nicht möglich sind, sind keine Geschosse."

§2 (7) Landesbauordnung Schleswig-Holstein:
"Vollgeschosse sind oberirdische Geschosse, wenn sie über mindestens drei Viertel ihrer Grundfläche eine Höhe von mindestens 2,30 m haben, Staffelgeschosse sind Vollgeschosse, wenn sie über mindestens drei Viertel der Grundfläche des darunter liegenden Geschosses eine Höhe von mindestens 2,30 m haben; die Höhe der Geschosse wird von der Oberkante des Fußbodens bis zur Oberkante des Fußbodens der darüber liegenden Decke, bei Geschossen mit Dachflächen bis zur Oberkante der Dachhaut gemessen."


Abbildung 4: Pultdach (Quelle: Rittershofer)
Der "klassische" Haustyp mit Sattel-, Walm- oder Krüppelwalmdach mit den entsprechenden "Dachschrägen" sind im gesamten Bebauungsplangebiet zulässig, ebenso "Pultdächer mit gegeneinander geneigten Dachflächen".

Die vorgenommenen Beschreibungen geben einen Ausschnitt aus dem derzeitigen Stand der Planung wieder. Final entscheiden und beschließen muss die Gemeindevertretung.

Der Ausschuss beschloss ferner die Verlängerung der Veränderungssperre für das in Planung befindliche B-Plan-Gebiet Nr. 30 "Burgkamp / Henstedter Straße". Begründung: Planung noch nicht abgeschlossen.

Abbildung 5: Planzeichnung B-Plan-Gebiet Nr. 30