Freitag, 2. Oktober 2015

Aktuelle Informationen zum Thema Flüchtlinge in Kisdorf und im Amtsgebiet

Zunächst die Fakten, die auf der Sitzung der Gemeindevertretung am 01.10.2015 genannt wurden.

- Laut Bürgermeister Wisch stehen aktuell in der Gemeinde Kisdorf für 46 Flüchtlinge Unterkunftsmöglichkeiten zur Verfügung, in erster Line von Privat angemietete Unterkünfte, hinzu kommt die Wohnung bei der Feuerwehr. 15 Wohnplätze sind derzeit schon belegt.

- Bisher sollten dem Amt Kisdorf 87 Flüchtlinge im Jahr 2015 zugewiesen werden, jetzt geht man laut Rainer Löchelt, leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Kisdorf, von 117 Flüchtlingen aus. Da bisher 47 Menschen aufgenommen wurden, sind bis zum Jahresende weitere 70 Asylbewerber unterzubringen. Für das Jahr 2016 liegt die derzeitige Prognose bei 170 aufzunehmenden Flüchtlingen im Amt Kisdorf (zur Erläuterung: Das Gebiet des Amtes Kisdorf umfasst neben Kisdorf die Gemeinden Hüttblek, Kattendorf, Oersdorf, Sievershütten, Struvenhütten, Stuvenborn, Wakendorf II und Winsen).
Eine Quotierung (z. B. nach Einwohnerzahlen) zur Bestimmung der Aufnahmezahlen (und damit einer zahlenmäßigen Gleichbehandlung) für die einzelne Gemeinden findet im Amt Kisdorf nicht statt. Die Unterbringung erfolgt dort, wo Kapazitäten vorhanden sind bzw. bereitgestellt werden.  


Wohnraum zur Unterbringung von Flüchtlingen dringend gesucht!, so sinngemäß die Kernbotschaft des leitenden Verwaltungsbeamten. Sofern Anmietungen von Privat und/oder Bereitstellung von Wohnraumkapazitäten seitens der Gemeinden nicht ausreichen, denkt man im Amt über anderweitige Maßnahmen nach: Wohncontainer, Bau von Schlichtwohnungen oder Bauten in Anlehnung an das "Kieler Modell" (Kisdorf direkt berichtete hier).

Der stellv. Bürgermeister Michael Hamer bat in diesem Zusammenhang um Beratung in den Fraktionen, ob nicht beispielsweise das Grundstück an der Henstedter Straße (derzeit von einer Hundeschule als Trainingsplatz genutzt) als Fläche für oben benannte Unterbringungsformen geeignet sei.

Im Zusammenhang mit möglichen Flüchtlingsunterkünften wurde auch die Wohnung in der Alten Meierei thematisiert. Die neue Kostenschätzung zur Herrichtung der Wohnung liegt vor und wird auf der nächsten Sitzung des Liegenschaftsausschusses behandelt werden, so der Ausschussvorsitzende Dieter Maßmann (SPD).

Die Baumaßnahmen in der Wohnung im Feuerwehrkomplex werden vom Amt finanziert, somit fallen derzeit keine Kosten für die Gemeinde an, so Michael Hamer (WKB) (Vorsitzender des zuständigen Ausschusses) auf die Frage von Dieter Maßmann (SPD).  

Die in Hamburg mögliche Beschlagnahmung von Immobilien zur Unterbringung von Flüchtlingen stellt derzeit keine Alternative dar, da im Land Schleswig-Holstein die gesetzlichen Voraussetzungen dafür nicht vorliegen, so Löchelt auf eine Anfrage von Gemeindevertreter Dr. Seeger (FDP).