Mittwoch, 21. Dezember 2016

In Kisdorf trauern das Flüchtlingshelferteam und Flüchtlinge gemeinsam um die Opfer des Anschlags von Berlin

(Bild: AL)

Zwar hat sich der IS zum Terroranschlag in Berlin bekannt, aber es ist bis jetzt unklar, wer den Anschlag in Berlin konkret verübt hat.

Susanne Strehl, Flüchtlingskoordinatorin im Amt Kisdorf, wollte trotzdem ein Zeichen setzen und lud am Dienstag spontan Flüchtlingshelferinnen und -helfer sowie Flüchtlinge zu einem gemeinsamen stillen Gedenken vor der Olen School ein. Rund 60 Menschen versammelten sich gegen 19.00 Uhr vor dem Gebäude, darunter eine große Anzahl der in Kisdorf lebenden Flüchtlinge mit ihren Kindern, die den Anschlag genauso verurteilten wie ihre Helferinnen und Helfer.

Sie zündeten Kerzen an und hielten für eine Schweigeminute inne. In ihrer kurzen Ansprache erklärte Susanne Strehl, dass diese abscheuliche Tat, von wem auch immer begangen, keine Auswirkungen auf die Hilfsbereitschaft des Flüchtlingshelferteams haben werde. „Wir sind weiterhin für Euch da!“, lautete die Botschaft.

Auch Horst-Helmut Ahrens, Amtsvorsteher des Amtes Kisdorf, verurteilte den Anschlag, versuchte aber auch möglichen Ängsten und Sorgen der Flüchtlinge entgegenzuwirken. “Sie sollen hier in Frieden leben!“

Natürlich ist Kisdorf nicht der Nabel der Welt, trotzdem wurde ein klares Signal ausgesendet:
„Wir gehen den Weg der Integration gemeinsam weiter, das werden Terroristen mit derartigen Taten nicht verhindern“


Hier die Pressemitteilung des Flüchtlingshelferteams:
Geflüchtete im Amtsbereich - Wir stehen zusammen

Ein Licht für die Opfer und gegen den Terror

Am Abend nach dem schrecklichen Terroranschlag von Berlin, trafen sich am Dienstag, 20.12.2016 ab 19 Uhr, die Flüchtlingshelfer aus dem Amtsbereich Kisdorf mit den Geflüchteten, die im Amtsbereich wohnen und leben vor der Olen School in Kisdorf.
Zahlreiche Geflüchtete und deren Helfer waren der kurzfristigen Aufforderung der Amtskoordinatorin, Susanne Strehl, gefolgt, um bei einem kurzen Zusammentreffen der Opfer und den Familien der Opfer des Anschlags von Berlin zu gedenken und Anteilnahme zu zeigen. Alle Teilnehmer zündeten eine Kerze an. Susanne Strehl begrüßte den Amtsvorsteher, Horst-Helmut Ahrens, der ebenfalls an die Anwesenden einige Worte richtete. Auch der Bürgermeister von Sievershütten, Stefan Weber, war unter den Teilnehmern. Susanne Strehl dankte den Geflüchteten und den Helfern für Ihr Kommen und betonte, dass sich die Helfer trotz des tragischen Vorfalls nicht davon abhalten ließen, den hier Lebenden weiterhin helfend zur Seite zu stehen. Man wisse, dass die im Amtsbereich lebenden Menschen ebenso gegen Gewalt und Terror seien und ihr Land verlassen haben, um hier in Frieden zu leben.
Man wolle sich nicht von Angst bestimmen lassen, denn dann würden die Täter ihr Ziel erreichen, unser Land zu spalten, die Gesellschaft auseinanderzudividieren. Hass und Gewalt nicht zuzulassen und den Menschen, die in Not sind, weiterhin zu helfen - das sei das, was unsere Gesellschaft in der Lage sei zu tun, trotz aller negativen Meldungen.
Allen wurde für ihr Kommen gedankt, Es entstand bei diesem Zusammentreffen wieder einmal eine Gemeinschaft zwischen Helfern und Geflüchteten, die im Amtsbereich Kisdorf immer wieder erlebbar ist.
Nach ca. 30 Minuten gingen die Menschen friedlich nach Hause. Zurück blieben brennende Kerzen, die am Rande niedergelegt wurden und den Menschen den Heimweg wiesen.







Astrid Joachim